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Cosimas Lounge

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Mein fabelhaftes Allerlei

Fußball-EM 2016 - Das Wochenende im Rückblick

Meine lieben EM-Fans,

lasst uns auf das vergangene Spielwochenende zurückblicken :)

Beginnen wir beim Freitag, dessen Auftaktspiel vielversprechend klingt - Italien gegen Schweden oder auch Oldies gegen Abba-Land ;) Doch so berauschend diese Paarung klingen mag, es ging eher schwerfällig zu :( Die Halbzeit endet somit folgerichtig 0:0, ohne Glanz, ohne Esprit, aber auch ohne echte Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel ist geprägt von Defensivtaktik, Italien steht tief und gibt die Spielkontrolle damit komplett in die Hände der hoffnungslos überforderten Schweden, die an der betonharten Verteidigung der Azzurri scheitern. Auch nach der Halbzeitpause geht es zunächst so weiter - wird es etwa die nächste Partie, die mit einem unbefriedigenden 0:0 endet? Nicht mit der Squadra Azzurra! Sie lassen zwar die Fans lange warten, doch in der 88. Minute gelingt Éder das Wunder - er zieht von der linken Außenbahn stark in die Mitte, lässt unterwegs 3 Schweden aussteigen und haut Isaksson das Leder in die rechte Ecke zum erlösenden 1:0! Schrecksekunde in der Nachspielzeit, als Buffon wegen angeblichem Zeitspiel Gelb sieht, doch nichts kann die Italiener aufhalten beim verdienten, wenn auch späten, Sieg über die überschätzten Schweden! Damit ist die Squadra Azzurra sicher im Achtelfinale, während Schweden das letzte Spiel gegen Belgien gewinnen MUSS, um im Turnier zu bleiben.

Kommen wir zur vermutlich explosivsten Partie des Tages - und das meine ich durchaus wörtlich! Tschechien tritt gegen Kroatien an und beide wollen mit einem Sieg das Ticket fürs Achtelfinale klarmachen. Und der Fußballgott scheint heute Kroate zu sein, denn in der 37. Minute dringt Perisic halblinks mit enormem Zug zum Tor Richtung tschechischer Strafraum vor, Sivoks passive Verteidigung lässt den gegnerischen Offensiven per Übersteiger passieren, womit Perisic ungefährdet den Ball an Cech vorbei flach rechts unten einnetzt zum 0:1. Bei diesem späten Führungstreffer bleibt es auch bis zur Halbzeitpause, nach der es irgendwie nach einer spieltechnischen Einbahnstraße aussieht. Und es wird noch schlimmer - in der 59. Minute wird Tschechien eiskalt erwischt: Brozovic nutzt einen kapitalen Fehlpass von Hubnik nahe der Mittellinie und schickt Rakitic halbrechts steil zum Strafraum, der kurz vor Cech an den Ball kommt und ihn elegant über den tschechischen Schlussmann hinweg ins Netz befördert zum 0:2. Panik bei den Tschechen, die nun auch anfangen zu holzen und dafür gelbe Karten kassieren. Doch aufgeben ist nicht, und das Warten wird belohnt - in der 76. Minute schafft Skoda den Anschlusstreffer zum 1:2! Nach Rosickys Vorlage mit Bilderbuchflanke von halbrechts links in den Fünfer, köpft Skoda das runde Leder über Subasic hinweg ins lange Toreck. Totgesagte leben halt manchmal länger, und auch die Kroaten scheinen jetzt ihr auf den Lorbeeren ausruhen beendet zu haben. Doch dann bekommen wir Bilder zu sehen, die jedem wahren Fan die Zornesröte ins Gesicht schießen lassen - völlig unverständlich, da ihre Mannschaft führt, fliegen in der 87. Minute unzählige Leuchtraketen aus dem kroatischen Fanblock aufs Feld und ebenda gehen "Fans" brutal aufeinander los, prügeln sich umgeben von Feuer auf den Rängen durch die Leuchtraketen, von denen ich mich ernsthaft frage, wie diese an den angeblich so guten Sicherheitskontrollen vorbeikommen konnten. Ein Ordner wird von einem explodierenden Knallkörper verletzt, Chaos pur, Schiri Clattenburg muss unterbrechen. Es ist erbärmlich, zu sehen, wie wenig Hirn in manchem Kopf steckt, denn welcher "Fan" torpediert das Spiel seiner in Führung liegenden Mannschaft?! Die fassungslosen Gesichter der Kroaten lassen beinahe vergessen, dass wir uns nach wie vor in einem Vorrundenspiel der EM befinden. Kurz vor dem eigentlichen Abpfiff werden beide Mannschaften aus ihrem Spiel gerissen, es ist einfach nur bitter und man hat inzwischen wirklich Mitleid mit den noch immer völlig unter Schock stehenden Spielern der kroatischen Mannschaft. Und es kommt noch dicker - aus dem sicheren Sieg für Kroatien wird in der 3. Minute der Nachspielzeit ein Elfmeter für Tschechien durch Handspiel von Vida, den Necid traumhaft sicher zum 2:2 verwandelt! Gänsehaut pur und Jubel im tschechischen Fanblock. Durch die widerliche Sabotage müssen 10 Minuten nachgespielt werden. Und was der Kroaten Pech, ist der Tschechen Glück, denn durch die doch eher chaotische Schlussphase konnten diese den weit überlegenen Kroaten ein Remis abtrotzen. Außerdem ist diese Partie die bisher torreichste mit 4 Toren. Schade für die Kroaten ist das Verpassen des großen Schrittes in Richtung Hauptrunde, jedoch sind sie Gruppenführender mit 4 Punkten. Tschechien hat trotz rasanter Aufholjagd mit 1 Punkt als Gruppendritter nur noch theoretische Chancen auf den weiteren Verbleib im Turnier.

Im letzten Spiel des Tages traf Titelverteidiger Spanien auf die Türkei, der mit einem Sieg der erste über die Spanier seit 62 Jahren gelingen könnte. Doch dafür sieht es ab der 34. Minute schlecht aus - Morata nutzt die schlaffe Abwehr und netzt ein zum 1:0, keine 3 Minuten später trifft Nolito zum 2:0. Die selbstherrlichen Spanier zeigen diesmal alles, was im letzten Spiel gefehlt hat und das zu Ungunsten der Türken. Nach der Halbzeitpause trifft Morata erneut zum 3:0 und macht damit die Zertrümmerung der türkischen Mannschaft offiziell. Der Titelverteidiger löst somit vorzeitig das Ticket ins Achtelfinale. Die Türkei kann nur aufs letzte Gruppenspiel gegen Tschechien hoffen, doch auch dann sind die Chancen aufs Weiterkommen beim derzeitigen Torverhältnis eher gering. Spanien kann sich gegen Kroatien zurücklehnen, wird jedoch vermutlich auf den Gruppensieg hinarbeiten.

Am Samstag traten als Erstes Belgien und Irland an. Die Männer von der grünen Insel, die sich im letzten Spiel mit einem Eigentor um wichtige Punkte im Vorrundenkampf brachten, haben noch nie gegen Belgien gewonnen, maximal Unentschieden gespielt. Bis zur Halbzeit steht es dann aus irischer Sicht vielversprechend 0:0. Doch für die Sensation sieht es schlecht aus ab der 48. Minute - Lukaku trifft zum 1:0 für die roten Teufel. Die schockierten Iren spielen dennoch gegen die Vorentscheidung an, wollen den Ausgleich schaffen. Rückschlag dieser Ambitionen in der 61. Minute durch Witsel - 2:0 für Belgien. Und in ihrer selbstherrlichen Eigenliebe schaffen die Belgier auch noch das 3:0 in der 70. Minute, erneut Lukaku :( Es ist das Eine, siegen zu wollen, doch den ohnehin schon am Boden liegenden Gegner auch noch dermaßen zu treten, ist weitgehend unwürdig und unfair. Die mutigen, leider jedoch chancenlosen Iren müssen als Tabellenvierter nun noch gegen Italien ran, während Belgien als Gruppenvize fast weiter ist, wenn kein Wunder geschieht :(

Das 2. Spiel des Tages bestreiten Island und Ungarn. Die Gulaschexperten dominierten zunächst, konnten sich jedoch nicht viele Chancen erspielen, während eine fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung zum Elfmeter für Island die Vorentscheidung zu bringen scheint. In der 39. Minute trifft Sigurdsson lässig zum 1:0. Nach der Halbzeitpause bleibt es lange ruhig und alles deutet auf Islands Sieg hin bis zur 88. Minute - Saevarsson passiert das selbe Unglück wie Irlands Clarke und der Ball landet im eigenen Tor zum 1:1 für die Magyaren! Beinahe hätte Island zum Schluss noch einen Elfmeter bekommen, doch so bleibt es beim Remis, womit Ungarn Gruppensieger bisher ist. Island auf dem zweiten Platz hat jedoch ebenfalls noch alle Chancen aufs Weiterkommen.

Im 3. Spiel trafen mein Intimfeind Portugal und die Alpenrepublik Österreich aufeinander. Nun, was soll man zu einem Spiel sagen, zu dem es eigentlich nichts wirklich Gutes zu sagen gibt? Eine Option wäre NICHTS, doch wer mich kennt, weiß, dass ich mir Spott und Häme gegenüber der Helene Fischer des internationalen Fußballs - Cristiano Ronaldo ;) - noch nie verkneifen konnte ;) Es hätten also endlich mal die Ronaldo-Festspiele bei diesem Turnier werden können, denn als ausgesprochene Fußballnation hat sich Österreich bisher nicht hervorgetan. Ein leichter Gegner also, mag man denken - doch das ist ein folgenschwerer Irrtum! Zwar hat Portugal einige Glanzmomente, jedoch weniger wegen Ronaldos pomadiger Haare. Nani ist der Mann der Stunde, der zwar stark spielt, doch nie zum Abschluss kommt. Außerdem ist der Alpenrepublik der Fußballgott wohlgesonnen, denn Torwart Almer hält und ein Kopfball geht sauber an den Pfosten. Folgerichtiger Halbzeitstand - 0:0, gut für Österreich, blamabel für Portugal. Aber es kommt noch schlimmer in der 2. Halbzeit. In der 65. Minute beginnt das Spektakel des Jammers - Ronaldo bekommt einen Freistoß, den er meilenweit danebenhaut! Und der traurige (für mich natürlich witzige!) Höhepunkt folgt in der 79. Minute: Ronaldo wird von Hinteregger im Strafraum zu Boden gezogen, Hinteregger bekommt Gelb, Ronaldo ein Geschenk in Form eines Elfmeters - DIE Chance des Spiels, da keine Mauer aus Spielern zu überwinden ist, nur Ronaldo Mann zu - na ja, sagen wir mal Mann ;) - und er bringt das Kunststück fertig, diese Wahnsinnschance brachial zu vermasseln! Wie ich schon im letzten Portugal-Spiel schrieb - wenn es drauf ankommt, versagt Ronaldo IMMER!!!! Somit bleibt es bei einem 0:0, dass sich Österreichs Torwart definitiv auf seine Referenzliste meißeln darf. Allerdings muss ich meine Häme zu Ronaldo zumindest ein wenig abschwächen, denn nach dem Spiel zeigte er eine erfrischend menschliche Regung, als ein Flitzer das Spielfeld stürmte und ein Selfie mit seinem Idol haben wollte. Den herbeigeeilten Ordnern gab er zu verstehen, dass sie den Mann sein Foto machen lassen sollen, der mit seinem Handy kämpfte. Geduldig legte er den Arm um ihn und wartete, bis das Foto geklappt hatte. Anschließend wurde er sehr rüde vom Platz geschleift, doch ich nehme an, dass ein solches Foto auch einigen Kummer wert ist ;) Apropos Kummer: Da sich die UEFA mittlerweile auf Verfahren gegen diverse Verbände anstatt auf anständige Stadionkontrollen verlegt hat, droht Portugal wegen dieser Menschlichkeit ihres Superstars ein Strafgeld - schön, wenn man sonst keine Sorgen im UEFA-Lager hat! In der Gruppe F geht es nun ziemlich eng zu, denn Ungarn führt mit 4 Zählern, Island und Portugal haben je 2 Punkte und Österreich ist mit einem Punkt immer noch hoffnungsfroh dem letzten Gruppenspieltag gegenüber.

Am Sonntag trafen zeitgleich um 21 Uhr zwei Mannschaften auf ihre Gegner, beginnen wir mit dem Spiel Rumänien gegen Albanien. Über mangelnde Torchancen kann sich Rumänien eigentlich nicht beklagen, dennoch fehlte im entscheidenden Moment immer noch das Quäntchen Glück. Als die Rumänen jedoch vermutlich schon im Pausenmodus sind kurz vor der Halbzeit, kommt zum fehlenden Glück auch noch richtges Pech dazu - in der 44. Minute gelingt Sadiku der historische Siegtreffer zum 0:1 für Albanien! Das kleine Balkanland landet nicht nur sein 1. Tor in diesem Turnier, sondern auch das 1. in ihrer EM-Geschichte überhaupt. Memushaj flankt sauber von rechts in den Strafraum, Chiriches verliert Sadiku aus den Augen und Torwart Tatarusanu verirrt sch beim Rauslaufen, so dass Sadiku aus 8 Metern per Kopfball ins gähnend leere Tor einnetzen kann. Die albanischen Fans im Freudentaumel, lebt doch so die Hoffnung aufs Achtelfinale weiter :) In der 2. Halbzeit wird alles getan, um den Punktsieg nach Hause zu fahren, auch wenn hie und da noch durchaus Möglichkeiten vorhanden sind. Es bleibt jedoch beim historischen Sieg der Albaner, die Rumänien damit die Heimfahrt bescheren, was nicht verwundert, angesichts des kreativen Loches, was sich bei ihnen Offensivspiel nennt. Albanien hat damit noch hauchdünne Chancen aufs Achtelfinale, geht aber definitiv mit diesem "Golden Goal" in die Annalen der Fußballgeschichte ein.

Zur selben Zeit in Lille treffen die Schweiz und Gastgeber Frankreich aufeinander. Wie ihr wisst, ist die Equipe Tricolore nicht unbedingt meine Lieblingsmannschaft, zumal sie gähnend langweilige Spiele produziert und erst "völlig überraschend" in den letzten Spielminuten dem Gegner in die Attitüden grätscht ;) Und zumindest was zähes Spiel angeht, enttäuschen die Franzosen mich nicht, denn erwartungsgemäß lautet der Halbzeitstand 0:0. Ehrlichkeitshalber muss ich jedoch gestehen, dass die Bleu-Blance-Rouge in der 1. Halbzeit stark begonnen haben und einige Torchancen hatten, allein Pogba traf zweimal knapp daneben an die Latte. Auch die Eidgenossen haben aktiv versucht, Offensivakzente zu setzen, doch leider ohne ernsthafte Möglichkeiten auf ein Tor. Wenigstens aus dem französischen Klammergriff konnten sich die Schweizer etwas befreien und der Partie eine gewisse Ausgeglichenheit verleihen. Nach der Pause dauert es bis zur 75. Minute bis Payet erneut nur knapp das Tor verfehlt und das Leder an die Alu-Latte donnert. Vermutlich, um die Zuschauer bei dieser Gähnpartie zu wecken - feiner Zug! Das war auch gleichzeitig der "Höhepunkt", denn wieder einmal endet ein Spiel 0:0, was angesichts der sonst so schießfreudigen Franzosen enttäuscht, jedoch dem Spiel der Schweizer den höchsten Respekt abgewinnt, sich diesem Gegner in den Torweg zu stellen. Frankreich zieht somit wie schon lange vorbestimmt ins Achtelfinale als Gruppenerster. Unterm Strich waren die Eidgenossen der wahre Sieger, denn sie übernahmen die Kontrolle und stehen dank dieser beachtlichen Leistung hochverdient als Gruppenzweiter im Achtelfinale - übrigens zum 1. Mal in der EM-Geschichte muss die Schweiz nicht bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten und das ist doch aller Ehren wert!

Soviel zu den Spielen des Wochenendes im Rückblick, denn nun wird es Zeit, vorauszublicken zum morgigen letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalelf, die auf die zuletzt enorm starken Nordiren trifft :)

Ich melde mich nach dem Ende der Gruppenphase wie gewohnt mit einem Überblick über die vergangenen Spiele wieder und wünsche euch viel Spaß weiterhin bei der EM 2016 :)

(unter Verwendung von http://www.focus.de/sport/fussball/em-2016/em-liveticker/#/teams-squad-t357)

Quelle: von Andreas Schwarzkopf (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Quelle: von Andreas Schwarzkopf (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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