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Cosimas Lounge

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Mein fabelhaftes Allerlei

Cosimas Weihnachtsecke - Stollen

Hallo liebe Naschkatzen,

heute möchte ich euch in der Weihnachtsecke etwas zu einer der wohl beliebtesten Weihnachtsleckereien erzählen: dem Stollen :)

Der Stollen oder die Stolle, abgeleitet aus dem althochdeutschen "stollo" für Pfosten oder Stütze, ist eine Form des Kuchens. Er besteht aus einem schweren Hefeteig, dessen geschmackgebende Bestandteile Fett (meist Butter) und Trockenfrüchte (meist Rosinen oder Sultaninen) sind. Die Füllungen können auch Marzipan oder Mohn sein.

Eigentlich werden Stollen ganzjährig hergestellt, doch es hat sich über die Jahre eingebürgert, ihn sich vorwiegend zur Weihnachtszeit schmecken zu lassen :) Aus diesem Grund wird er auch als Christstollen oder Weihnachtsstollen bezeichnet.

Eine erste Erwähnung findet der Stollen als Wort im Innungsprivileg 1329 des Naumburger Bischofs Heinrich I. von Grünberg für die Gründung der Bäckerinnung Naumburg. Diese Urkunde, ursprünglich in Latein verfasst, verpflichtet die Naumburger Bäcker neben den an Geld zu zahlenden Abgaben auch zu einer Sachleistung:


"...haben sie sich vnd yrn Nachkommlingen alle Jar ewiglichen [...] an des heiligen Crist[us] Abende zwey lange weyssene Brothe, die man Stollen nennet, gemacht von eynem halben Scheffel Weysses vns vnd vnsern Nachkommlingen in unsern Hof gelobt haben verbunden zu geben und zu reichen."


Es handelte sich hierbei um zwei lange Weißbrote aus einem halben Scheffel Weizen; Näheres zu Art oder Rezeptur findet sich in der Urkunde jedoch nicht. Natürlich muss man die Zeit bedenken, denn im 14 Jahrhundert galt dies durchaus als luxuriöse Weihnachtsspeise. Doch gemessen an heutigen Maßstäben waren es eher schlichte Backwaren, die recht wenig mit dem Stollen, den wir heute kennen, zu tun hatten.

In der Grundrezeptur eher dem hierzulande bekannten Stollen ähnlich war der große Kuchen, der bei einer prachtvollen Truppenschau Augusts des Starken, dem Zeithainer Lustlager, mit riesigem Aufwand produziert und am 26. Juni 1730 an die sächsischen Truppen verteilt wurde. Zeitgenössische Berichterstatter nannten den etliche Meter langen Kuchen (quellenmäßig unterschiedlich ist von 13 Ellen und länger die Rede) "Butter-Stollen" bzw. auch "Striezel".

Vergleicht man die Zutaten, so kommt man nach heutigem Maßstab nicht auf ein genug gehaltreiches Gebäck für einen Stollen, doch auch hier darf man die damaligen Backgewohnheiten nicht außer Acht lassen.

Unterschiedliche Definitionen für den Stollen gibt es in Bezug auf Region, Epoche, Glaubensbekenntnis und Tradition. Ganz allgemein wird der Stollen als Gebildbrot bezeichnet, weil er von Hand geformt wird. Dadurch erinnert er sowohl im Allgemeinen, als auch im christlichen Glauben an den in weiße Windeln gewickelten neugeborenen Jesus Christus.

Besonders hervorgetan hat sich der Dresdner Christstollen, der sich 2010 als geschützte geographische Angabe nach europäischem Recht hat eintragen lassen. Danach dürfen sich nur Stollen aus dem Großraum Dresden und den Ortschaften Moritzburg, Radebeul, Arnsdorf, Ottendorf-Okrilla, Radeburg, Coswig, Pirna, Wachau, Freital, Radeberg, Weinböhla und Heidenau mit der Bezeichnung "Dresdner Stollen" schmücken.

Mit diesem zusätzlichen Wissen wünsche ich euch nun guten Appetit bei eurem Nachmittagskaffee mit einem leckeren Stück Stollen :)




(unter Verwendung von http://de.wikipedia.org/wiki/Stollen_%28Geb%C3%A4ck%29)

(Bildquelle: By Alexandre Duret-Lutz (originally posted to Flickr as [1]) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons)

(Bildquelle: By Alexandre Duret-Lutz (originally posted to Flickr as [1]) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons)

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